Ratgeber Brustkrebs
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Brustkrebs: Ursachen und Entstehung
Frühe Vorstufen von Brustkrebs nennt man Carcinoma in situ. Der Zeitraum, der zwischen den Vorstufen der Krankheit und dem vollständigen Ausbruch liegt, kann mehrere Jahre umfassen. Die Vorstufen befinden sich entweder in den Drüsenläppchen (lobuläres Carcinoma in situ, LCIS) oder in den Milchgängen (ductales Carcinoma in situ, DCIS) der Brust. In der Mehrzahl (ca. 90 %) der Brustkrebsvorstufen handelt es sich um ein Oberflächenkarzinom der Milchgänge. Sowohl bei diesem Karzinom als auch bei dem Oberflächenkarzinom der Drüsenläppchen befindet sich die Geschwulst zunächst eher oberflächlich und nicht tief im Gewebe. Kennzeichnend für die Vorstufen ist, dass diese Karzinome nicht invasiv sind, d. h. (noch) nicht in das umliegende Gewebe wachsen und keine Metastasen bilden.
Das Oberflächenkarzinom der Milchgänge kann bei einem Wachstum, das schneller als die Bildung der Gefäße abläuft, Verkalkungen verursachen, welche bei einer Mammographie erkannt werden können. Diese Verkalkungen kommen bei dem Oberflächenkarzinom, das sich im Gewebe der Drüsenläppchen befindet, seltener vor.
Ist ein ductales Carcinoma in situ Vorstufe des Brustkrebses, kann die Entwicklung von der Vorstufe bis hin zu einem in angrenzendes Gewebe eindringenden Tumor über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren ablaufen. Bei der Vorstufe des lobulären Carcinoma in situ kann der Entwicklungszeitraum bis hin zum Brustkrebs bis zu 25 Jahren dauern.
Außer den Brustkrebsformen der Milchgänge und Drüsenläppchen gibt es noch andere, seltenere Formen, wie zum Beispiel das sog. Gallertkarzinom (muzinöse Karzinom).
Für eine Erkrankung an Brustkrebs gibt es unterschiedliche Voraussetzungen und Risikofaktoren, welche sich einerseits auf äußere und andererseits auf innere Gegebenheiten und Einflüsse beziehen. Zurzeit sind zwei Gene bekannt, deren Vorhandensein das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen. Die Gene BRCA1 und BRCA2 sind mutierte Gene. BRCA1 erhöht das Erkrankungsrisiko der Person, die dieses Gen besitzt, um 65 % und das Gen BRCA2 erhöht es um 45 %.
Untersuchungen haben ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken für eine Frau höher ist, wenn sich in ihrem direkten verwandtschaftlichen Umfeld bereits mehrere Frauen mit Erkrankungen an Brust- oder Eierstockkrebs befinden. Frauen mit diesem Hintergrund wird zu häufigeren Vorsorgeuntersuchungen geraten als Frauen ohne diese Vorbedingungen. Eine erblich bedingte Erkrankung liegt bei ca. 5 % der Krankheitsfälle vor.
Weibliche Hormone wie Östrogene und Gestagene können das Wachstum von Mammakarzinomen begünstigen. Weitere Risikofaktoren, die mit dem Hormonhaushalt einer Frau zusammenhängen, sind die folgenden:
- Frühe erste Regelblutung (Menstruation)
- Spätes Einsetzen der Wechseljahre (Menopause)
- medikamentöse Behandlung mit weiblichen Sexualhormonen
- Vermehrung von Drüsenläppchen und Brustbindegewebe
Häufiges Röntgen sowie fettreiche Ernährung, Rauchen und übermäßiger Konsum von Alkohol stellen zusätzliche Risikofaktoren dar.
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